Wie gerechtfertigt sind Punktebewertungen?

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Seitdem die Weinbranche boomt, spielen auch diverse Weinbewertungen und Kritiker eine tragende Rolle. Unter anderem war es Robert Parker, der international großes Interesse an seinen Bewertungen schuf. Mit dem „Wine Advocate“ gelang es ihm, alle Blicke auf sich und seine Punkte zu konzentrieren – jeder sprach von den berühmten Parker Points. Doch was ist wirklich dran an diesen Punktebewertungen? Mittlerweile gibt es viele Weinkritiker auf dieser Welt. Auf 5,10, 25 oder 100 Punkte Skalen werden die bereits vorselektionierten Weine verkostet und bewertet. Neben Robert Parker sind es unter anderem Gault Millau, Falstaff Weinguide, Wine Enthusiast, Wine Spectator, James Halliday und Luca Maroni, die sich einen Namen gemacht haben.

Sind Punkte gerechtfertigt?

Naja, da bleibt die Frage – was ist gerechtfertigt?! Es ist sehr relativ. Aber was man sagen kann, ist, dass man Bewertungen im Generellen überdenken sollte. Egal ob im privaten oder beruflichen Bereich. Wenn ich mir selbst kein Bild machen kann, was soll ich dann mit Bewertungen? Zahlreiche Weine oder sogar ganze Weingüter werden schlecht bewertet und kämpfen dadurch mit dem Verkauf. Selbsternannte Gourmets oder Instituten, die vielleicht einen schlechten Tag hatten oder deren persönlicher Geschmack nicht zu 100% getroffen wurde, weisen die Zukunft der Weingüter und der ganzen Weinbranche.

Was man auf jeden Fall erwähnen muss, ist das bei Weinbewertungen der subjektive Geschmack des Verkosters eine immense Rolle spielt. So wird zum Beispiel ein Wein mit einer deutlichen Tanninstruktur schlechter bewertet bei Personen, die sensibler darauf reagieren. Außerdem schaffen es die meisten Weine auf der Welt gar nicht zu diesen Verkostungen, weil sie zu unbekannt sind oder in gewissen Ländern nicht als Qualitätsweine geführt werden darf (weil sie zum Beispiel eine gewissen Trübung aufweisen). Trotzdem kann genau dieser Wein zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben mega geil Wein sein.

Allerdings muss man auch betonen, dass The Wine Advocate von Robert Parker keine strikte Bewertung sein soll. Robert wollte damit eigentlich nur seinen Weinfreunden zeigen, was er gerne trinkt und was er empfehlen kann. Naja, leider wurde das in der Weinszene falsch verstanden.

Zahlreiche Beispiele zeigen, dass dieses Missverständnis negative Auswirkungen haben kann. So beeinflusste Robert mit seiner Vorliebe zu konzentrierten Weinen die Weinstilistik von Bordeaux. In einigen Jahren wurden so die Rotweine deutlich kräftiger und konzentrierter ausgebaut.

Außerdem werden wir als Konsumenten, Sommeliers und Händler in eine Ecke gedrängt, die Weine zuzuteilen, obwohl man die eigentlich nicht immer zuteilen will.

Was ist überhaupt Qualität?

Qualität zu beschreiben, ist in jeder Hinsicht schwierig. Nach unserer Meinung spricht man immer von subjektiver Qualität, weil die Anforderungen und Wünsche je nach Verbraucher sehr stark variiert. Dennoch gibt es bei Wein verschiedene Qualitätsparameter, bei denen man Qualität bestimmen könnte – aber bringt das was? Hör mal in unseren Podcast, da versuchen wir die Frage zu klären. Bei Probeschluck ist Weinqualität, wenn der Wein einfach Spaß macht.

Wein = 80% Wasser + 19% Wasser – was ist der Rest? Irgendwo sollte noch Qualität versteckt sein – vielleicht in dem 1%?!

Bei Probeschluck wird es nur Weinbeschreibungen geben und keine Bewertungen – weil alle Weine auf ihre Art und Weise Einzigartig sind.

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